Korfu-Stadt – seit 1996 eine Partnerstadt von Troisdorf

Nur zweieinhalb Stunden von Köln/Bonn aus und man landet auf Korfu, der wichtigsten der Ionischen Inseln. Die Inselgruppe befindet sich vor der griechischen Westküste, die Insel Korfu selbst ist der südlichen albanischen Küste vorgelagert. Eine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Troisdorf hat die Partnerstadt vom 19. – 24. Mai 2026 besucht. Anlaß der Delegationsreise war der jährliche Feiertag am 21. Mai zum Beitritt der Ionischen Inseln zum griechischen Staat 1864.

Den Vorsitzenden Heinz-Peter Albrings und die kleine Gruppe erwarteten sehr anregende und spannende Treffen mit Vertretern der Regierung der Ionischen Inseln sowie des Rathauses von Korfu-Stadt. Gleich am ersten Tag gab es ein Gespräch mit dem Gouverneur der Ionischen Inseln, Ioannis Trepeklis. Der Gouverneur war als Kommunalpolitiker mehrfach in Troisdorf. Besonders interessiert ihn die Zusammenarbeit im Tourismus. Wie kann man die Ionischen Inseln noch besser in der Region um Troisdorf herum bekannt machen? Dazu gab es verschiedene Vorschläge, beispielsweise die Reisemesse im Rhein-Sieg-Forum.

 Am folgenden Mittwoch hatte Bürgermeister Stefanous Poulemeinos im Alten Rathaus im Zentrum von Korfu-Stadt zu einem Empfang geladen. Vertreter der anderen Partnerstädte von Korfu-Stadt, darunter Meißen, waren mit dabei. Anschließend konnten alle zusammen in einer Taverne ihre Kontakte vertiefen und über das eine oder andere gemeinsame Projekt sprechen.

Der nächste Tag war dann der Höhepunkt der Festlichkeiten: Die große Parade um den Esplanade-Park herum. Trachtengruppen aus ganz Griechenland, Musikkappellen, Schulen oder Pfadfinder sowie Feuerwehr und Katastrophenschutz und das griechische Militär zogen am griechischen Staatspräsidenten Konstantinos Tasoulas fast zwei Stunden lang vorbei. Die Gruppe aus Troisdorf war neben der Ehrentribüne für den Staatspräsidenten platziert worden. Vorher gab es am Morgen noch einen kurzen Gottesdienst sowie einen Vortrag zu einem historischen Thema aus der Geschichte der Ionischen Inseln im Palast des ehemaligen britischen Lord High Commissioner der Ionischen Inseln vom Beginn des 19. Jahrhunderts.  

Es blieben noch zwei Tage, um die Insel zusammen mit Joulietta Siganou zu erkunden. Frau Siganou ist seit 30 Jahren die Ansprechpartnerin für den Städtepartnerschaftsverein aus Troisdorf, und sie ist eine ehemalige Deutschlehrerin. Sie hat auch jetzt wieder alle Treffen und die Ausflüge vorbereitet. Die Gruppe besuchte das Kloster von Paleokastritsa mit der felsigen Küste im Westen der Insel und den Badestränden dort sowie einen Produzenten von Olivenöl. Der letzte Tag führte alle an die Nordküste nach Sidari an den Canal d´Amour und in das malerische Kassiopi. Dort gab es ein Treffen mit den Vertretern der Gemeinde. Die Themen Tourismus, aber auch die Müllentsorgung, hatten hier Vorrang. Bei allen Gesprächen wurde der Gruppe des SPV klar, daß die Kommunen praktisch über keine eigenen Steuereinnahmen verfügen. Nahezu alle Einnahmen müssen an die Zentralregierung in Athen  abgeführt werden, von dort kommt offenbar wenig wieder in die lokalen Haushalte zurück. Auf beiden Seiten sind Überlegungen entstanden, im nächsten Jahr gegenseitige Besuche durchzuführen.

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