Den Blick nach Osten richten. Städtepartnerschaftsverein Troisdorf zu Besuch in Sachsen und in Polen
Pünktlich startete der Bus des Städtepartnerschaftsvereins am vergangenen Freitag am Morgen an der Stadthalle in Richtung Heidenau. Die 32 Mitglieder des Vereins fuhren zu einem mehrtägigen Besuch in die Partnerstadt von Troisdorf in Sachsen südlich von Dresden an der Elbe gelegen. Bei der Ankunft wurden die Gäste aus Troisdorf sehr herzlich von den Freunden des Partnerschaftsvereins Heidenau mit Dr. Horst Alheit an der Spitze empfangen. Es erfolgte die Aufteilung auf die Gastfamilien und auf das Hotel. Ein anregendes Programm erwartete die Gruppe.
Gleich am ersten Tag fuhren alle zusammen in die Partnerstadt von Heidenau nach Lwówek Śląski (dt. Löwenberg) in Polen. Dort feierten die beiden Städte das Bestehen ihrer vor 30 Jahren geschlossenen Partnerschaft. Für den Städtepartnerschaftsverein Troisdorf betonte der Vorsitzende Heinz Peter Albrings: „Wir schauen mit unseren Partnerstädten in Troisdorf bislang immer nur nach Westen. Aber wir haben auch Freunde und Partner im Osten Europas!“ Für die Gruppe aus Troisdorf hatte die Stadtverwaltung ein Besichtigungsprogramm mit Besuchen in der Brauerei und dem alten Rathaus (aus der Zeit, als Schlesien noch zu Deutschland gehörte) zusammengestellt. Zum Essen gab es Piroggen polnischer Art gefüllt mit Pilzen. Freundschaft geht eben auch durch den Magen.
Am zweiten Tag des Besuchsprogramms stand ein Besuch des Richard-Wagner-Museums in Graupa an. Es folgte eine Wanderung durch den Liebethaler Grund in Richtung des Wagner-Denkmals. Wagner war 1846 Hofkapellmeister in Dresden, und er entwarf im Sommer dieses Jahres in dem Landhaus in Graupa seine Oper Lohengrin.
Den folgenden Tag verbrachten die beiden Städtepartnerschaftsvereine dann in Chemnitz, 2025 eine der drei Kulturhauptstädte Europas. Gleich zu Beginn gab es eine Führung durch das Industriemuseum Chemnitz. Hier erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass neben dem Ruhrgebiet auch Sachsen eine sehr wichtige Rolle bei der Industrialisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert spielte. Zudem zeigt das Museum auch zahlreiche Objekte aus der Industriegeschichte der ehemaligen DDR bis hinein in die Wendezeit 1989/1990. Darüber hinaus bestand auch die Möglichkeit zum Besuch einer Ausstellung mit Werken des Malers Edvard Munch mit dem Titel „Angst“ in den Kunstsammlungen am Theaterplatz und des erst kürzlich eröffneten Dokumentationszentrums „Offener Prozess“ zum NSU-Komplex. Zum Abschluss gab es noch einen anregenden Stadtrundgang.
Der gemeinsame Abend der beiden Städtepartnerschaftsvereine stand dann ganz im Zeichen einer besonderen Feier. Vor 35 Jahren wurde die Urkunde über die Städtepartnerschaft unterzeichnet. Dazu reiste auch Bürgermeister Alexander Biber extra aus Troisdorf an und wurde herzlich von Bürgermeisterin Conny Oertel und Dr. Horst Alheit willkommen geheißen. Ebenso waren auch Uwe Göllner, der als Troisdorfer Kommunalpolitiker lange Jahre die Partnerschaft begleitet hatte, sowie der Heidenauer Altbürgermeister Jürgen Opitz anwesend. Geschenke tauschte man aus, einige Reden wurden gehalten und eine Videopräsentation zur Geschichte der Partnerschaft gezeigt. Viele schöne Erinnerungen kamen an den Tischen auf. Bürgermeisterin Oertel sagte zu, so bald als möglich Troisdorf einen Gegenbesuch abzustatten. Hier wurde wieder eindrucksvoll deutlich: Die Menschen sind das Gesicht einer Städtepartnerschaft, und sie schaffen ein europäisches Erlebnis.




